Das mit dem zu Fuß gehen haben wir tatsächlich ernst gemeint und sind deshalb mit der Metro bis an die Endhaltestelle Taipei Zoo gefahren, von wo aus die Gondel ins Maokong-Teeanbaugebiet fährt, um dort eine kleine Wanderung zu machen. Weil wir erst mittags an der Gondel waren, suchten wir uns oben angekommen eine relativ kurze Route mit ca 4,5 km aus, den Healthy Trail. Die Fahrt nach oben war mit 30 min lang genug, um den bekannten Reisehunger zu bekommen und deshalb gab es mal wieder einen Snack. Micha kaufte einen frittierten Pfannkuchen mit Ei. Mit diesem in der Hand liefen wir zum Einstieg in den Trail, da in Taiwan das im Gehen Essen nicht verboten ist. Die Straße führte uns zu einer Ansammlung von Teehäusern, von denen die ganze Straße nach Grüntee roch. Unser Trail war vor allem eins: und zwar stufig (das Wort etablieren ich hiermit). Zunächst durften wir mit einer Menge Stufen durch den Wald runterlaufen, um nach ca 300 m in der Ebene die Höhenmeter mit Stufen wieder zurückzulaufen. Nunja, danach wusste ich zumindest wofür ich ins Fitnessstudio gehe, weil Max auch auf dem Rücken viel Kraft erfordert. Der Weg war sehr schön angelegt und brachte uns zu einer großen kaum besuchten Aussichtsplattform, wo wir unsere Mittagspausen machten. Die Mückenstiche im feuchten Wald habe ich für die ganze Familie eingesammelt, es waren zum Glück nicht allzu viele. Als wir am frühen Nachmittag an der Gondelstation ankamen, war die Warteschlange für die Abfahrt so lang, dass wir entschieden, ein nahes Teefeld anzuschauen. (Man muss wissen, dass die Gondelbahn über 4 km lang ist und knapp 300 Höhenmeter über mehrere Berge überbrückt. Mal eben zurücklaufen wäre viel zu weit, sodass alle die hochfahren auch wieder runterfahren.)








Mit einem Softeis „gestärkt“ sind wir dann zum Teefeld gegangen. Dort habe ich gelernt, dass zwischen den Teepflanzen früher Lupinen gepflanzt wurden, da diese den Stickstoff im Boden halten. Und weil wir noch nicht genug Bewegung am Tag hatten, die Beine sich noch gut angefühlt haben und genug Zeit bis zum Sonnenuntergang war, sind wir spontan zum Yinhe-Tempel gewandert; …oder haben die Stufen genommen. Der Tempel wurde in den Fels am Wasserfall gearbeitet und hat mehrere Höhlen. Auf dem Weg dahin ging es durch einen schönen Wald mit ziemlich vielen Stufen. Sowohl hoch als auch vor allem runter. Manche sind aus Steinen bzw Fels und manche aus Holzbalken, ähnlich wie alte Bahnschwellen. Dementsprechend kurz ist teilweise die Auftrittsfläche. Der Weg dorthin hat sich für uns allerdings definitiv gelohnt, auch wenn wir keine lange Pause am Tempel machen konnten, da abzusehen war, dass unser Kleiner auf dem Rückweg wieder wach wird und dann eine kleine Pause braucht. Diese machten wir bei einem kleinen Shinto-Schrein, der dem oder einem Erdgott gewidmet war. Wir sind uns sicher, dass er nichts dagegen hatte. Mit einer weiteren Pause vor der Rückfahrt zum Strampeln auf dem Dach der Metrostation ging unser Plan auf, sodass wir ohne lange Wartezeit und im Sonnenuntergang die Bahn zurück nach unten nehmen konnten.







Nach diesem langen Tag gingen wir für ein schnelles Abendessen in eine japanische Curry-Kette, die wir aus Japan kannten. Dort haben wir sogar einen Stuhl, Plastikgeschirr und Lätzchen bekommen. Die meisten schätzen Max wegen seiner Größe, wenn er in der Trage sitzt und sein Gesicht nicht zu sehen ist, auf ein Jahr. Auch wenn er natürlich nicht mit gegessen hat, waren Becher und Schüsselchen prima Spielzeug, sodass wir entspannt essen konnten.