Taipehs hat nicht so viele große Sehenswürdigkeiten und da die Museen montags geschlossen sind, haben wir uns eine Wanderung nördlich der Stadt ausgesucht. Wir sind bei Sonnenschein mit dem Bus an den Stadtrand gefahren und nutzten die Pause bis zum nächsten Bus in die Berge, um Proviant zu kaufen und die Strampeldecke auszupacken. Tee aus eingelegten süßen Pflaumen kaufen wir definitiv nicht mehr. Wahrscheinlich wächst bald an einem Baum ein kleiner Pflaumen-Teebaum. Die japanischen Daifukus würden wir dagegen bei Gelegenheit nochmal kaufen. Busse in Taipeh sind unglaublich günstig und kosten nur etwa 50 Cent in der Stadt. Mit einem kleinen Mini-Bus ging es hoch zu unserem Anfangspunkt der Wanderung. Der Busfahrer hatte ordentlich Tempo drauf und es ist mir ein Rätsel wie Max währenddessen schlafen konnte. Ich würde sagen, dass er in Eifler-Manier die Straßen nahm. Die immer schlechter werdende Sicht durch die tief hängenden Wolken schien unseren Busfahrer nicht zu beeindrucken. Einundzwanzig, zweiundzw..links, einundzwanz…rechts usw… Wortwörtlich ein Blindflig. Auf jeden Fall kamen wir gut an. Oben war es allerdings so neblig und windig, dass wir eine andere Route wählten, die uns nicht über den Berg Qixingshang, sondern Richtung Tal um den Berg herum führen sollten. Wie gut diese Entscheidung war, zeigte sich später. Der Weg führte uns zunächst durch Bambus, der so dicht war, dass er mich an ein Labyrinth erinnerte. Ohne Verirren kamen wir an mehreren Aussichtspunkten vorbei, die wir als „wie Sie sehen, sehen Sie nichts“ zusammenfassen können. Zum Leidwesen unserer Waden mussten wir wie gestern fast alle Höhenmeter auf diesem Weg durch Treppen machen. Der einsetzende Regen machte den Weg rutschig und außerdem mussten wir schauen, dass Max nicht zu nass wurde. Es war nicht so, dass wir vorher nicht nach dem Wetter geschaut hätten, aber das angekündigte Wetter war so weit von dem tatsächlichen Wetter entfernt, wie es nur sein konnte. Mit einem gut gelungenen Regenschutz folgten wir dem Weg weiter an einen See und einen Picknickplatz mit Pavillons. Was dann passiert ist, haben Micha und Max leider durchs Windeln wechseln leider verpasst: die Sicht klarte kurz auf und ich konnte den 50 m entfernten Pavillon sehen. Für einen Moment dachte ich tatsächlich, dass das Wetter auch besser werden würde aber mit Wunschdenken hat sich bisher noch keine Regenwolke aufgelöst. Für den weiteren Weg runter gingen wir überwiegend die Fahrstraße, weil mir die Treppen mit der Trage vorne zu unsicher waren. Unser Ziel war ein Besucherzentrum, von denen es in der Region einige gibt und wo die Busse aus Taipeh und umliegenden Orten hinfahren. Das dortige Onsen hatte wie die Museen montags leider zu. Schade, denn wir hätten uns gerne aufgewärmt. Auf dem Weg runter sind wir nämlich von etwas feucht zu ziemlich nass geworden. Meine Ärmel waren bis zum Ellbogen nass, weil ich die XXL-Fahrradhelmkapuze meiner Regenjacke soweit nach vorne gezogen hatte, dass Max auch noch halbwegs darunter passte. Im Alltag zu Hause habe ich mich schon echt oft über diese riesige Kapuze geärgert… An unserer Haltestelle für den Umstieg angekommen, fühlte ich mich wie in einer anderen Welt. In Taipeh hatte es kaum geregnet und die Menschen waren nur dünn angezogen. Wir dagegen standen in unseren nassen Hosen, den nassen Regenjacken und leicht frierend an der Haltestelle und brauchten etwas, um warm zu werden. Irgendwie war das aber auch komisch.










Später am Abend sind wir für ein paar Erledigungen nochmal in die Stadt gefahren, weil wir morgen nach Tainan fahren. Wir fahren mit dem Shinkansen nach Süden in wärmeres Wetter und haben am Bahnhof schonmal unsere Tickets geholt. Für Touristen gibt es ein 2 für 1-Angebot, das Micha uns reserviert hat. Bis dahin versuchen wir außerdem unsere Klamotten zu waschen und zu trocknen.



